Gemeindefest 2019

Der Tag unseres Gemeindefestes, der Samstag, 15. Juni 2019, fängt mit Gewitter und Regen an. Können wir heute Nachmittag im Kirchengarten sitzen und unsere Bratwurst essen? Nein, das Wetter läßt es nicht zu. Also wurden durch viele fleißige Helfer die Tische und Stühle im Vorraum unserer Kirche aufgebaut.

Nach und nach trudelten die Geschwister ein und füllten das Buffet mit köstlichen Salaten und leckeren Kuchen und Torten. Es war ein Novum, daß der Grill direkt draußen vor der Tür stand und so von den Unbillen des Wetters geschützt wurde. Während der Grillmeister darauf achtete, daß die Bratwürste und das Fleisch die richtige Farbe annahm, bedienten sich die Geschwister am Salatbuffet, daß in der Sakristei aufgebaut war. Zu welchem Salat greift man zuerst, bei der reichen Auswahl?

Als der Hunger gestillt war, las der Organisator dieses Gemeindefestes, Br. Müller, eine Geschichte von Noah vor. Wie wir alle wissen, hat Gott dem Noah befohlen eine Arche zu bauen, seine Familie und von jeder Tierart ein Pärchen mit in die Arche zu nehmen. Dann regnete es 40 Tage und zum Abschluß der Sintflut stellte Gott einen Regenbogen an den Himmel.

Die Geschichte begann damit, das nach vielen Jahren Gott wieder einmal auf die Erde sah. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer Zeit schon einmal getan hatte. Gott sprach zu Noah: "Noah, bau' mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals." Noah stöhnte auf; mußte das denn schon wieder sein?

Es zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Aber die Arche war noch nicht fertig. Es gab viele Probleme. Beim Landkreis mußte eine Baugenehmigung eingeholt werden. Form und Größe bereiteten Schwierigkeiten. Eine Werft im Wohngebiet, das geht gar nicht. Benötigt die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank? Die Beamten machten sich lustig über Noah und brachten ihm einen Besuch im Landeskrankenhaus ein. Die Bezirksregierung wurde eingeschaltet. Das Schiff könnte er zwar bauen, aber wie es zum nächsten Fluß kommt, muß er selber sorgen. Auch ein notwendiges Sperrwerk müsse er selber bauen. Ein kundenorientiertes Dienstleistungszentrum machte ihn darauf aufmerksam. Er könne bei der EU eine Werfthilfe beantragen und den Antrag achtfach in drei Amtssprachen einreichen. Schwierigkeiten über Schwierigkeiten. Das Baumaterial sollte Zedernholz sein. Libanesiche Zedern dürfen nicht eingeführt werden. Also wollte er sich das Bauholz selbst besorgen. Dem stand das Landeswaldgesetz im Wege. Die Zimmerleute wollten das nötige Holz besorgen, aber sie wählten erst mal einen Betriebsrat. Es mußte ein Tarifvertrag ausgehandelt werden, es kam zur Urabstimmung und zum Streik. Noah sprach zu Gott: "Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute verlangen? Wie soll ich denn das bezahlen?"

Die Zeit drängte. Noah fing an die Tiere einzusammeln und neue Probleme tauchten auf. Tiger und Schafe zusammen zu halten, rief den Tierschutzverein auf den Plan. Auch benötigt er eine Genehmigung nach der Europäischen Tierschutztransportverordnung. Um die verschiedenen Tiere zu transportieren, habe er die Vorschriften der Binnenmarkt-Tierschutzverordnung einzuhalten. Diese Verordnung ließ Noah durch einen Rechtsanwalt prüfen.

Wenn die Arche als fremdflaggiges Schiff deklariert wird und sich nur im deutschen Küstenmeer aufhält, bekommt er die Genehmigung einfacher. Die Umweltschützer schalteten sich ein, Gülle, Jauche und Mist dürfen nicht in das Wasser. Das Oberkommando der Marine und die Steuerfahndung meldeten sich auch bei Noah, der total verzweifelt war.

Noah fing an zu weinen. Der Regen hörte auf, der Himmel klarte auf und die Sonne schien wieder. Es zeigte sich ein wunderschöner Regenbogen. Noah blickte auf und lächelte. "Herr, du wirst die Erde doch nicht zerstören?" Da sprach der Herr: "Darum sorge ich mich nicht mehr, das schafft schon eure Verwaltung!"

Nach dieser sehr nachdenklichen Geschichte wurde das Kuchen- und Tortenbufett geplündert. Die Wahl fiel nicht leicht, sich zwischen den leckeren Torten und Kuchen zu entscheiden. Zum Abschluß des Kaffeetrinkens konnte jeder in eine Tiefkühlbox greifen und ein leckeres Eis entnehmen. Das gab es auch noch nicht.

Einen lustigen Sketch spielten unsere Sonntagsschullehrerinnen zusammen mit unserem Diakon. Susanne, als Marktfrau, verkauft Obst. Ein Kunde, unser Diakon, erwirbt ein paar Kiwis. Da kommt eine weitere Kundin, Angela, und bringt ihre leere Bananenschale zurück und möchte diese wieder gefüllt haben. Es entwickelt sich ein Gespräch zwischen der Marktfrau und der Kundin, in dessen Verlauf die Marktfrau der Kundin die Banane wieder füllt und sie ihr kostenfrei übergibt. Dann möchte auch der Kunde, unser Diakon, seine Orange wieder auffüllen, die er gestern gekauft hat.

Mit einen Plakat wurde auf ein Bibelquiz hingewiesen. Br. Müller verteilte die nötigen Fragen, die in Gruppen gelöst werden mußten. Darin wurde u.a. gefragt, haben Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis oder vom Baum des Lebens gepflückt. Weitere Fragen waren, wer war der erste König, wann wurde die Neuapostolische Kirche der Neuzeit gegründet und wieviele Gemeinden gibt es im Bezirk Stade. Nach der Auswertung gewann die Gruppe mit Sebastian, Jacqueline und Kathrin den ersten Preis, ein italienisches Festessen in Form einer Flasche Rotwein mit einer Packung Miracoli. Der zweite Preis war eine ausführliche Schloßbesichtigung. Den gewann Kristina, die sich ein Vorhängeschloß ausführlich ansehen konnte. Der Rest der Gruppe bekam als dritten Preis einen Wäschetrockner in Form einer Wäscheklammer. Alle anderen wurden mit einem Trostpreis belohnt, einem Paket Papiertaschentücher, damit die Tränen getrocknet werden können.

Zum Ende des Gemeindefestes hat sich das Wetter beruhigt und die Kinder konnten noch ein wenig im Kirchengarten spielen. Die Geschwister haben zusammen alles aufgebaut, gegessen, getrunken, Gespräche geführt und über die Geschichten und Sketche herzhaft gelacht. Am Ende wurde die Kirche für den nächsten Gottesdienst wieder hergerichtet. Ein schöner und unterhaltsamer Nachmittag im Kreise der Geschwister ging damit zu Ende.