Jubiläumsgottesdienst zum 80jährigen Bestehen der Gemeinde

Am Sonntag, dem 25. August 2012, fand dann der Jubiläumsgottesdienst mit unserem Bischof, Hans-Werner Hartwig, statt. Zu diesem besonderen Festgottesdienst waren die Gospelsingles eingeladen, die diese Stunde mit Gospelgesang umrahmten. Schon vor dem Gottesdienst kamen wir in den Genuss des Gesanges, u.a. mit "Maran atha", "Unser Herr komm". Bei dem Lied "Here I am Lord" sollte die Gemeinde den Refrain mitsingen, erst etwas zögerlich, weil man unsicher war, beim dritten Vers aber aus voller Brust. Der Anfang zu einem Festgottesdienst war gemacht.

Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt und aus 100 Kehlen erklang das Eingangslied Nr. 375 "Blicke nur auf Jesum". Als Textwort legte der Bischof ein Wort aus Jesaja, 45. Kapitel, den Vers 22 zugrunde: "Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr."

Der Chor, bestehend aus ca. 30 Sängerinnen und Sänger, sang als Eingangslied "Ich brauch dich allezeit" in englischer Sprache (I need the every hour). Der Bischof hieß alle Geschwister und Gäste zu diesem Jubiläumsgottesdienst herzlich willkommen, ganz besonders auch den Chor, der heute den Gottesdienst musikalisch umrahmen wird. Ein kleiner Rückblick auf die vergangenen 80 Jahre vermittelte Schw. Laatzig durch das Verlesen der Otterndorfer Kurzchronik. Der Chor sang anschließend das uns schon bekannte Lied "Ameni", bei dem die Geschwister wieder mit einbezogen wurden.

In seiner Predigt sagte der Bischof, dass die Otterndorfer Gemeinde wesentlich größer sei, als die sich heute hier versammelt haben. Die Gründer der Gemeinde und viele weitere Geschwister sind schon in die Ewigkeit voraufgegangen. Sie gehören auch zu dieser Gemeinde. Im Laufe der 80 Jahre wurden viele Opfer gebracht und die Gemeinde ist nach innen und außen gewachsen. Auch sind wir dankbar, dass wir diese schöne Kirche seit fast 20 Jahren haben dürfen.

Auf das Textwort eingehend brachte der Bischof das Beispiel von dem Volke Israel, die auf dem Weg in das gelobte Land Hunger hatten. Der liebe Gott schickte ihnen das Manna. Sie aber wollten lieber eine Fleischspeise. Durch das Manna wurden sie gerettet und konnten in das Gelobte Land einziehen. Ein anderes Beispiel waren Adam und Eva. Weil sie nicht gehorsam waren und von der verbotenen Frucht aßen, hat der liebe Gott sie nicht errettet.

Die Errettung bestand darin den Willen Gottes zu tun. Der liebe Gott sollte im Mittelpunkt unseres Lebens stehen, wenn wir errettet werden möchten. Das haben schon unsere Vorfahren gemacht, die diese Gemeinde gründeten, und das mögen wir heute auch tun.

Die Gospelsänger bereiteten den Vorsteher den Weg, der in seinem Mitdienen an die Anfänge erinnerte. Drei Harms-Schwestern heirateten drei Kahlsdorf-Brüder und die Nachfahren sind heute noch in der Gemeinde. Er wünscht sich, dass die Kirche in Zukunft immer so voll sein möge, wie sie heute ist. Der Bezirksälteste ging noch einmal auf die Rettung ein. Otterndorf liegt ja auch am Wasser und wenn ein Schiffbrüchiger einen zugeworfenen Rettungsring nicht ergreift, kann er nicht gerettet werden. Wenn wir uns an den lieben Gott wenden, sind wir auf der sicheren Seite.

Der Bischof brachte noch ein sehr markantes Beispiel einer Rettung: Ein Mensch stand auf dem Dach seines Hauses und rundherum war Wasser. Er betete zu Gott und bat um Errettung. Ein Baumstamm schwamm vorbei, den der Mann aber nicht ergriff. Ein Rettungsboot kam und wollte ihn retten. Er schlug die Rettung aus und sagte, mein Gott wird mich erretten. Das Gleiche geschah bei dem Hubschrauber. Die Folge war: der Mann ertrank. Im Himmel angekommen klagte er den lieben Gott an. Warum hast du mich nicht errettet? Gott antwortete, du hast den Baumstamm nicht angenommen, den ich dir geschickt habe, ebenso das Boot und den Hubschrauber. Wenn du meine Hilfe nicht annimmst, kann ich dich nicht erretten. Wir wollen die Rettung annehmen die uns geschickt wird und nicht warten, bis eine Komfortrettung vorbeikommt. Vor allen Dingen wollen wir nicht das Ziel unseres Glaubens aus den Augen verlieren.

Das Heilige Abendmahl ist auch eine Rettung – eine Errettung aus unseren Sünden, die wir auch an diesem Tage entgegen nehmen durften. Nach dem Abendmahl erfreuten uns die Sänger mit dem Lied "How great thou art", zu deutsch "Wie groß bist du", das sehr bewegend war und unter die Haut ging.

Der musikalische Schlusspunkt des Chores war der in deutsch gesungene Irische Segensgruß "Mögen sich die Wege", der immer zum Abschluss gesungen wird. Ein besonderes Lob- und Danklied erschall noch in englischer Sprache "Lets praise the Lord", "Lasst uns Gott loben". Das letzte Wort war Halleluja. Bei diesem Lied hatte man das Gefühl die Erde bebte und die noch verbliebenen Fallrohre fallen von den Dachrinnen. Ein absoluter musikalischer Höhepunkt dieses Gottesdienstes zum 80jährigen Jubiläum.

Der Bischof wünschte der Gemeinde zum Schluss, dass die Kirche immer so voll sei und das das Gebäude vor weiteren Diebstählen bewahrt bleiben möge.

Nach dem Gottesdienst blieben die Gemeinde und ihre Gäste noch zusammen. Im Kirchenschiff wurden die Bänke verrückt und Tische aufgestellt. Im Vorraum schenkte der Vorsteher Gulaschsuppe aus, es gab kalte und warme Getränke und der restliche Kuchen konnte auch noch verzehrt werden. In dieser Gemeinschaft wurden die Gedanken des Gottesdienstes vertieft, an die zurückliegenden Jahre gedacht und sich über das gelungene Jubiläumsfest erfreut. Möge uns dieser Gottesdienst noch lange in Erinnerung bleiben.

Text: S.L.

Bilder: S.L. / E.Z.