Putzerausflug 2016

Putzerausflug

Am 13. August 2016 versammelten sich die angemeldeten Geschwister auf dem Parkplatz des Moorinformationszentrum, um mit der Moorbahn ins Ahlener Moor zu fahren. Herr Arndt-Peter Greiser begrüßte die Fahrgäste. Wir werden an vier Haltepunkten im Moor anhalten, an denen es nähere Informationen gibt.

Der Moorbahnbahnhof liegt auf einem Geestrücken, d.h. der Untergrund besteht aus Sand. Wenige Meter weiter ist das Moor, in das wir mit sechs Stundenkilometern hineinfahren und das fünf Meter tiefer liegt. Am 1. Haltepunkt erläutert uns Herr Grieser die Entstehung des Moores. Im Laufe der Jahrhunderte ist aus einem offenen Gewässer ein Niedermoor und dann ein Hochmoor entstanden. Der König im Moor ist das Torfmoos. Alle weiteren Pflanzen müssen sich unterordnen. Das Torfmoos wird ca. 30 cm lang und benötigt Wasser, viel Wasser, das zur Zeit aber fehlt. Jedes Jahr wächst das Torfmoos um einen Millimeter. Das Wasser ist sauer. Es können keine Tiere darin überleben. Herr Grieser gibt den Gästen ein Stück Weißtorf, das sehr leicht ist und früher zum Heizen und für den Garten verwendet wurde. Der Schwarztorf befindet sich in den tieferen Schichten und ist wesentlich schwerer. Torf besteht aus Pflanzen, die man in diesem Zustand aber nicht sehen kann.

Am 2. Halt geht es um die Pflanzen und Tiere im Moor. Auch wenn es nicht so aussieht, im Moor ist Leben. Viele Tiere leben von den Pflanzen des Moores und die Pflanzen von den Tieren. Der Sonnentau z.B. lebt von den Tieren, die sich auf der Pflanze niederlassen. Der Schmetterling benötigt die Moosbeere zum überleben. Die Birke ist kein Baum für das Moor, weil sie pro Tag ca. 300 – 400 Liter Wasser benötigt. Aus dem Gagelstrauch kann man Bier brauen. Mit Wollgras hat man früher Betten gefüllt und Schmuck hergestellt. Auf Kommando von Herrn Greiser springt die Gruppe auf dem Moorboden. Dabei konnten wir die Schwingungen spüren, die durch die acht Meter dicke Moorschicht ausgelöst wurde..

Eine Aussichtsplattform ist am 3. Haltepunkt. Herr Greiser erklärt uns, daß auf einer Fläche von ca. 2,5 bis 3 qkm bis 2002 der Torf abgebaut wurde. Zunächst wurde die obere Schicht in Handarbeit zur Seite geräumt, die ca. vier Jahre zum Trocknen benötigte. Eine Torfstechmaschine trennte einen Torfblock aus dem Moor und setzte ihn auf die Seite. Eine Stechmaschine zerkleinerte den Moorblock in ca. 15 x 15 x 30 cm große Blöcke, die zum Trocknen aufgestellt wurden. Später wurden diese in Handarbeit umgedreht. Bis der Weißtorf trocken war, vergingen ca. zwei Jahre. Dann erfolgte der Abtransport der Torfsoden mit der Moorbahn ins Werk, wo der Torf gemahlen, getrocknet und zum Verkauf eingesackt wurde. Dieses Gelände wächst jetzt wieder, die Wiese auf der anderen Seite der Aussichtsplattform verliert jedes Jahr zwei Zentimeter an Höhe. Das Gelände sollte man nicht betreten. Es ist nicht bekannt, wie tief das Moor ist. Selbst Tiere wie der Fuchs und der Iltis meiden das Moor.

Am 4. Haltepunkt geht es um die Irrlichter im Moor. Herr Greiser erzählt uns eine Geschichte, wie die Irrlichter den Menschen irritieren und ins Abseits führen können. Da das Moor an dieser Stelle schon sehr weich ist, läßt es sich nicht demonstrieren, wenn aus dem Moor die Faulgase aufsteigen und sich entzünden. Ein Experiment sehen wir aber, als zwei Kinder eine vier Meter lange Stange etwa 2,50 m tief in den Untergrund schieben. So einfach wie das Hineinschieben war ist das Rausziehen nicht. Die Stange hat sich in dem Untergrund festgesogen. Als wir den Torf berührten, war er kalt. Torf ist auch ein guter Dämmstoff. Hier standen verschiedene Götzen, die aus Dankbarkeit in anderen Gegenden aufgestellt waren. Ein Stück Mooreiche hat Jahrhunderte im Moor gelegen. Durch die Umwelteinflüsse und Bakterien hat sich das Holz in wenigen Jahren zersetzt.

Die über zweistündige Führung durch das Ahlener Moor war sehr aufschlußreich und interessant. Das Moor ist über verschiedene Gräben, die zu den umliegenden Seen führen, mit dem Hadelner Kanal und der Elbe verbunden. Ein geflügelter Satz von Herrn Grieser war "Das Moor ist viel zu trocken!", obwohl es in diesem Jahr sehr viel geregnet hat. Der eine Landwirt benötigt das Wasser, damit die Heidelbeersträucher nicht vertrocknen, der andere Landwirt muß mit seinem schweren Trecker auf die Wiese, um das Gras zu ernten. So ist das Moor ein Spagat zwischen Wirtschaft und Naturschutz. Herr Grieser hat uns über alles Wissenwertes spannend informiert.

Anschließend ging es ins Café "Torfwerk", wo der Tisch schon für uns gedeckt war. Bei Kaffee und leckerer Torte haben wir alle zusammen gesessen und auf diese Weise Gemeinschaft gepflegt. Es war ein schöner Tag im Ahlener Moor.